Filmvorstellung

Der Clan der Hyänen

 

 

 

2021 Der Clan der Hyänen (ARTE, 42 Minuten)

 


Der Clan der Hyänen (ARTE, 42 Min)

Tüpfelhyänen haben bekanntermaßen nicht den besten Ruf. Im Rahmen meines ZDF-Dreiteilers “Weltwunder Serengeti” hatte ich sie schon einmal porträtiert und bezeichnenderweise wurde der Beitrag in Deutschland nur einmal gesendet. Obwohl ich seinerzeit auf diesen Film besonders stolz war, weil er eine starke Naturschutzbotschaft hatte (und sich in der Serengeti-Trilogie international sehr gut verkaufte). Bei den Dreharbeiten zu den Raubtieren der Mara ergaben sich in den letzten Jahren zwangsläufig immer wieder Schnittpunkte zu den Hyänen. Dabei filmte ich einige äußerst seltene und dramatische Situationen, so dass wir letzendlich um einen neuen Hyänenfilm “nicht herumkamen”. Soziobiologisch sind Tüpfelhyänen äußerst interessante Tiere. Sie leben in straff organisierten Rudeln, Clans verwandter Weibchen mit ihren Jungen und zugewanderten Männchen. Die Regeln ihrer Hierarchie erscheinen uns brutal, aber Hyänen haben gute Gründe, sich diesen rauen Regeln zu unterwerfen. Dies herauszuarbeiten, ist einer meiner Ansätze im Film.

 

Hyänenjagd auf Leierantilope: Einer der dramatischen Höhepunkte des Films (Foto: Gabriele Mierke-Radke)

 

Der andere Ansatz ist ihre verblüffend raffinierte Jagdtechnik. Unter den Bedingungen im Masai Mara Reservat sind Hyänen sogar erfolgreichere Jäger als Löwen und die “Könige der Tiere” sind hier öfter Aas-Parasiten an Hyänenrissen als umgekehrt Hyänen sich an Löwenrissen bedienen. Bekanntermaßen sind Hyänen Hetzjäger, die ihre Beute durch lange Verfolgung ermüden und dann überwältigen. Letzteres ist nicht gerade schön anzuschauen, weil Hyänen keinen Tötungsbiss haben. Sie reißen dem Opfer die Weichteile auf und lassen es verbluten, wie es prinzipiell alle hundeartigen Jäger (Wolf, Schakale etc) tun. Hyänen gehören nicht zu den Hundeartigen, aber wie die haben sie schlanke Beine zum ausdauernden Laufen und stumpfe Krallen, mit denen sie keine Beute halten können. Das müssen sie nur mit den Zähne erledigen: Durchaus riskant auch für den Jäger, für das Opfer aber allemal sehr schmerzhaft und leider auch sehr blutig (was gewisse Probleme beim Schnitt ergab). Neben der Hetzjagd haben Tüpfelhyänen aber noch weitere Jagdtaktiken und die verblüffendste zeigen sie bei der Jagd auf Leierantilopen. Dies findet nur während der Brunft der Antilopen statt, wenn die Bullen kleine Brunftreviere auf einer Lek-Arena erobern. Diese Reviere verlassen sie ungern und bleiben auch während der Tageshitze dort. Mitten in der heißesten Zeit des Tages nutzen Hyänen diesen Umstand in einer derart cleveren Weise, dass es dem Betrachter den Atem verschlägt.