Filmvorstellung

Hotspots: Manu – Brennpunkt der Evolution

Manutitel

2003: HOTSPOTS: Manu – Brennpunkt der Evolution (ZDF, ARTE, 42 Minuten)
Vertrieben von ZDF Enterprises unter “Hotspots – Manu National Park”
Die Arbeit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt in der artenreichsten Region der Welt, dem peruanischen Manu National Park
Finalist Sondrio, Italien

Unter “Hotspots” verstehen Biologen besonders artenreiche Gebiete, deren Schutz für den Erhalt der weltweiten Artenvielfalt besonders wichtig wäre. Zu dieser Thematik entwickelte ich das Konzept für eine Filmreihe und erstellte zwei Pilotfilme. Der erste Beitrag griff das artenreichste Gebiet der Welt auf, den Manu Nationalpark in Peru. Er umfasst von den Anden bis zum Amazonas-Tiefland sehr viele ökologische Nischen. Besonders wichtig: Die Manu Region wurde seit fast hundert Jahren nicht mehr von Indianern als Jagdgebiet genutzt, so dass ein natürlicher Tierbestand existiert und der fehlende Jagddruck diese Tiere relativ wenig scheu macht. Hier fanden einige der wichtigsten Studien zur Biologie des tropischen Regenwaldes statt und ich hatte das Privileg, Professor John Terborgh, den großen alten Mann der Tropenökologie, zu treffen und Aspekte seiner Arbeit in den Film aufnehmen zu dürfen. Hier engagiert sich auch die Zoologische Gesellschaft Frankfurt seit Jahrzehnten und ist mit einem Programm zum Schutz der Riesenseeotter vertreten. Der Film begleitet die Arbeit der damaligen ZGF-Mitarbeiter Jessica Groenendjik und Frank Hajek, wobei jede Menge Hintergrundbiologie, aktuelle Wissenschaft und vielschichtiger Naturschutz den Rahmen bilden. Dozenten an Fachhochschulen erbaten sich den Film als Arbeitsmaterial, um Studenten die Grundlagen der Tropenökologie nahezubringen!

Bei der sehr begrenzten Drehzeit stand mir der bekannte Tierfotograf André Bärtschi auf Vermittlung aus Frankfurt zur Seite, sonst wäre ich dort, auf mich gestellt, verloren gewesen. Trotzdem hätte ich in den wenigen Wochen niemals genügend aussagekräftiges Material für den ganzen Film zustande gebracht. Dafür sind die Bedingungen im Regenwald viel zu schwierig. Ich drehte nur etwa die Hälfte des Beitrags selbst, für den Rest bediente ich mich im ZDF-Archiv und bei den Kollegen der BBC. Das war übrigens von vorneherein einer der Ansätze zu der Reihe: kostengünstig die Naturschutzarbeit ausgewählter Organisationen darzustellen, die sich einsetzen, die namengebenden Hotspots zu erhalten. Dabei spielt es keine Rolle, dass jede Minute originäres, neues Material darstellt, solange die Aussage transportiert werden kann.


Drehpause Manu

 

Drehpause im Regenwald mit André Bärtschi. Anders als es unsere Minen bei dieser Regenpause ausdrücken, war das Unternehmen durchaus getragen von einer sehr guten Stimmung, trotz aller Strapazen der Urwaldmärsche und dazugehörender Unannehmlichkeiten durch schwüle Hitze und diversem blutsaugendem Getier. Wir sitzen hier unter einem großen Moskitonetz, um wenigstens für ein paar Minuten unsere Ruhe zu haben.


 

Mohrenkaiman

Foto: André Bärtschi

Nachts auf einer der “Cochas”, den Stillarmen des Manu Flusses. André hatte diesen kleinen Mohrenkaiman in der Uferzone gefangen, der dann auch brav für ein paar Fotos stillhielt. André lebt mittlerweile im peruanischen Lima und betreibt eine Fotowebsite mit sensationellen Regenwaldfotos.