Filmvorstellung

Gefährliche Ufer – Die Husaren vom Krokodilfluss

Gefährliche Ufer

Foto: Peter Glaub

2002: Gefährliche Ufer – Die Husaren vom Krokodilfluss (ZDF, 42 Minuten)
2002: Military Monkeys: Outpost at Crocodile River (ZDF, Discovery, 50 Minuten)
Husarenaffen in der Konkurrenz zu Pavianen am Grumeti Fluss

Merit Award für Kamera, Albert, Frankreich
Beste Kamera: Valvert Festival, Brüssel
Beste Kamera: EKO Filmfestival, Ohrid, Mazedonien
Finalist Naturale, Bad Dürkheim

Bei Dreharbeiten zu “Weltwunder Serengeti” lief mir völlig unerwartet ein Husarenaffe vor die Kamera. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass die überhaupt in der Region vorkommen! Da es nun mal umwerfend hübsche Tiere sind und zudem ihr eigentliches Verbreitungsgebiet in der Serengeti entlang des Grumeti Flusses liegt – wo mich schon immer die Krokodile lockten – ging mir die Idee eines Husarenaffenfilms nicht mehr aus dem Kopf. Leider erwiesen sie sich am Grumeti als zu scheu, um realistische Chancen für gute Aufnahmen zu haben. Sie räubern dort, in der Nähe der Parkgrenze, immer mal wieder auf den Feldern der Einheimischen und sind als Ernteschädlinge entsprechend verhasst und gejagt. Aber in Kenia gab es in den neunziger Jahren eine Population in der Nähe von Nanyuki auf einigen Privatfarmen. Sie wurden dort von der amerikanischen Professorin Lynn Isbell mit ihrer Arbeitsgruppe studiert und waren völlig an Menschen gewöhnt. Es kostete das ZDF eine Stange Geld, die Drehgenehmigung an den Tieren zu bekommen, aber sie waren dann wirklich eine Augenweide und oft aus wenigen Zentimetern Entfernung zu drehen.

Ich versetzte sie mit den Anschnitten kühn in die Serengeti an die Ufer des Grumeti, wo ich das Leben am Fluss als Rahmenhandlung aufnahm, unter anderem mit spektakulären Zeitlupen von Krokodilattacken auf Gnus. Die Husaren kamen schließlich auch am Grumeti in exakt den gleichen Flötendornhainen vor, wie auf der Segera Ranch. Dabei waren wieder Jeff Bell und Peter Glaub. In Knochenarbeit spannten wir Stahlseile durch das Unterholz um schwebende Kamerafahrten zu drehen und hockten wochenlang hinter Tarnplanen. Außergewöhnlich wurde der Film dann aber, weil 2000, im Jahr des Drehs, eine extreme Dürre über die Serengeti hereinbrach. Der Fluss trocknete aus wie seit Jahrzehnten nicht mehr, und es boten sich sehr ungewöhnliche Situationen, die den Film um unerwartete Komponenten bereicherten.

 


Husaren

 

 

Sara Cummings mit ihrem Assistenten Chrispho bei ihren Studienobjekten, den Husarenaffen auf der Segera Ranch. Diese habituierten Tiere ermöglichten mir Aufnahmen, die mit den Husaren am Grumeti nicht realisierbar gewesen wären. Dort sind die Tiere extrem scheu.

 

 


Grumetikran

 

 

Foto: Peter Glaub
Während der Dreharbeiten trocknete der Grumeti Fluss so stark aus, wie seit 30 Jahren nicht mehr. Krokodile und Flusspferde lagen hilflos im Schlamm. Mit einem Kamerakran konnte ich wenige Zentimeter über sie hinweg “fliegen”.


Foto: Peter Glaub

 

 

Foto: Peter Glaub
Jeff Bell in seinem Element. An einem Stahlseil steuert er eine 16mm Kamera durch den Uferwald am Grumeti Fluss, während ich das per Mikrowellenlink übertragene Videobild kontrolliere. Diese Ausrüstung wurde eigentlich für John Downers “Supersenses” konstruiert und war für schnelle Bewegungen optimiert. So eilig hatte ich es aber gar nicht, sollte die Kamera doch die Perspektive einer Giraffe einnehmen…