Filmvorstellung

tele zoo Magazinbeiträge

telezoo

Kurzfilme für das ZDF Magazin “tele zoo”

Der “tele zoo” war eine Idee von Alfred Schmidt, einem der Redakteure der ersten Stunde des ZDF. Eigentlich für Beiträge beim Gesundheitsmagazin “Praxis” zuständig, erklärte er sich bereit, gelegentlich auch Naturthemen zu verantworten. Um den Angeboten junger deutscher Tierfilmer eine Bühne zu bieten, gründete er das Magazin, in dem Kurzfilme zu Naturthemen vorgestellt werden konnten. Für alle Nachwuchsfilmer der achtziger Jahre die einzige Möglichkeit, ihre Talente zu beweisen. Denn die ARD war weitgehend in der Hand von Prof. Bernhard Grzimek (bewunderungswürdig aus vielen Gründen, aber nicht unbedingt als Tierfilmer) und natürlich Heinz Sielmann. Der nahm zwar Materal von enthusiastischen Jungfilmern (und hielt die damit am Leben!), aber unter eigenem Namen konnte man praktisch nur bei Alfred Schmidt reüssieren. Auch mir gab er die Chance, meine Warzenschweine einem breiten Publikum vorzustellen, die Initialzündung meiner Medienaktivitäten. Verständlich, dass ich später, als ZDF Redakteur, so lange wie möglich versuchte, den “tele zoo” am Leben zu halten. Dazu gehörte auch, gelegentlich Material, das gezielt für das Magazin zu drehen zu teuer gewesen wäre, für Kurzbeiträge zur Verfügung zu stellen. Um Missverständnisse zu vermeiden: Dabei ging es mir nicht darum, Anderen die knappen Sendeminuten streitig zu machen. Wir mussten immer mal wieder sogar Material international dazukaufen um dem Magazin die gewünschte Mischung zu geben. Erwerbsstreben stand dabei so und so nicht im Vordergrund: Alle Filmbeiträge, die ich als Redakteur für das ZDF erstellte, waren über mein Grundgehalt abgedeckt und ergaben keine weiteren Honorarforderungen! Sorry, dies hier anzusprechen, aber es wird nach wie vor nicht gerne gesehen, wenn Redakteure eigene größere Produktionen anschieben. Ich bin meinen damaligen Vorgesetzten noch immer dankbar, dass sie mir nach den ersten Jahren in der Redaktion wieder die Möglichkeit einräumten, eigene Beiträge als Autor und Kameramann zu erstellen. Zunächst mit Restmaterial früherer Drehs (für den “tele zoo”) und dann allmählich wieder mit Feldarbeiten für die internationalen Produktionspartner, die ich nicht zuletzt mit meiner “eigentlichen” Arbeit an das ZDF herangeführt hatte.

 

Löwen

1995: Der Pascha und sein Harem (Magazinbeitrag ZDF tele zoo, 8 Minuten)

Biologische Hintergründe des Paarungsverhaltens von Löwen

Wenn in einem Afrikatierfilm viele Minuten damit vertan werden, Paarungen von Löwen zu zeigen, schmunzelt der Eingeweihte. Das ist was für Anfänger, denn von allen Löwenverhaltensweisen ist dies das am leichtesten zu filmende (wenn man mal das “Schlafverhalten” beiseitelässt). Löwen benötigen mehrere Hundert von Paarungen, um einen Wurf zu produzieren, man stolpert also fast ständig im Gelände darüber. Die Frage ist eigentlich: Warum ist das so? Und welche Konsequenzen hat das für das Sozialsystem der Raubkatzen? Auch ich verdrehte als Anfänger viele Rollen auf dieses Phänomen, versuchte aber in diesem Beitrag immerhin, das Ganze in einen Zusammenhang zu stellen.

Serval

1995: Servale (Magazinbeitrag, ZDF tele zoo, 8 Minuten)

Beuteerwerb der Servalkatze

Einzelne Servale werden durch die Gewöhnung an Touristenautos in Schutzgebieten erstaunlich zutraulich. So konnte ich 1988 ein Serval-Weibchen mehrmals aus nächster Nähe bei der Mäusejagd beobachten und filmen.

 

 

1995: Wollbienen, (Magazinbeitrag, ZDF tele zoo,6 Minuten, nur Kamera und Regie)

Autor: Professor Dr. Peter Wirtz

Wissenschaftlicher Beitrag mit Hochgeschwindigkeitsaufnahmen bis 500 B/sec, der später vom ZDF übernommen wurde

Wollbienen-Männchen verteidigen bestimmte nektarträchtige Blütenpflanzen nicht nur gegen Artgenossen (wie es nach den Standardmodellen des Sozialverhaltens zu erwarten ist), sondern sie greifen auch artfremde Bienen und Wespen an, die es wagen ihr Pflanzenbüschel anzufliegen um Nektar zu saugen. Dabei bringen sie dieselben auch gelegentlich um. Der Haken: Sie haben noch nicht mal einen Stachel! Peter wollte also nun wissen, wie sie das denn eigentlich machen, und das sollte ich in Superzeitlupen (nach damaligen Standards!) zeigen. Fragt mich doch was Einfacheres, aber Peter sah was…

 

Husar

1993: Husarenaffen (Magazinbeitrag ZDF tele zoo, 6 Minuten)

Die „Windhunde“ unter den Affen

Während der Dreharbeiten zu “Dorniges Land” machte ich im Februar 1992 einen Abstecher auf die Ol Pejeta Ranch in der Nähe von Nanyuki. Dort drehte ich Gelegenheitsaufnahmen der seltenen Husarenaffen, die hier am Rande ihres Verbreitungsgebietes vorkommen. Diese Affen sind die schnellsten Fußgänger unter den Primaten und machen schon mal so ihre 50 Kilometer in der Stunde. Dazu sehen sie hinreißend gut aus. Obwohl sie nicht so recht in mein damaliges Thema “Dorniges Land” passten, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, meine High-speed-Kamera auf sie zu richten. Filmisch setzte ich mich später mit ihnen in  “Husaren vom Krokodilfluss” intensiver auseinander.

Trauerseeschwalben

1991: Die Trauerseeschwalben vom Müggelsee, (Magazinbeitrag ZDF tele zoo, 12 Minuten)

Bericht über eine Seeschwalbenkolonie, die von damaligen DDR Naturschützern gerettet wurde

Fotos am Nest gelten unterTierfotografen als technisch eher profan und sind mittlerweile verpönt, da meist mit Störungen der Tiere verbunden. Hier wurden die Seeschwalben der Kolonie seit Jahren mit künstlichen Nestplattformen versorgt und mehrmals zwecks Kontrolle des Bruterfolgs und Beringung der Jungvögel von den Naturschützern “gehandhabt”. Diese sahen deshalb keine größeren Probleme darin, eine Highspeed-Filmkamera am Nest zu montieren, die ferngesteuert von den Anflügen spektakuläre Weitwinkeleinstellungen in Zeitlupe drehte. Achtung für Nachahmer: Das Ding würde ohne einen sehr schweren und stabilen Kiel sofort kentern!

Drehschwalben

 

1991 konnte ich endlich meine Ausrüstung nach dem damailgen Stand der Technik zusammenstellen und war damit in der Lage, Sequenzen mit bis zu 150 Bilder/sec ohne großen Zusatzaufwand im Feld zu drehen. Damals war das was! Die Ansitzplattform, auf der ich hier hocke, baute ich übrigens Monate vor dem Dreh in das Schilf, um die Ansiedlung der Brutkolonie im Frühling nicht zu stören. Das Ganze bedeutete einen irren Aufwand für eine 12 Minuten-Produktion, aber es war für mich mit der neuen Technik ein guter Testlauf für die anstehenden Afrikaprojekte (und überzeugte Richard Brock von der BBC, der mich im Sommer 1991 in Berlin besuchte, dass er es mit einem professionellen Kameraman zu tun hatte…).

 

Impalas

1990: Impalas (Magazinbeitrag ZDF tele zoo, 15 Minuten)

Biologie der Schwarzfersenantilope

Impalas, oder Schwarzfersenantilopen, sind für mich (mit gebührendem Abstand zu Warzenschweinen) die zweitschönsten Huftiere der Savanne. Die meisten Aufnahmen entstanden eher nebenher, während ich meinen Studien an den Warzigen 1988 nachging. Es ergaben sich mehrere bemerkenswerte Sequenzen, die dann nach Erstellung eines Schnittkonzeptes nur noch mit einer Reihe von Anschlussaufnahmen vervollständigt werden mussten. Viele Aufnahmen aus diesem Film (gedreht mit der uralt ARRI-ST) wurden später in den international vertriebenen Film “Lebenswege” integriert. Das alte Filmmaterial war auch Jahre später noch problemlos einzufügen, was mit dem Videomaterial der achtziger Jahre mit Sicherheit nicht funktioniert hätte.

Impala2

 

Die eleganten Antilopen sind berühmt für ihre Sprungkraft, mit der sie sich bei Überraschungen in unübersichtlichem Gebiet aus der Gefahrenzone katapultieren. Die Zeitlupenmöglichkeiten der betagten ST waren ihnen verständlicherweise nicht mehr gewachsen.

 

Warzige

1985: Warzenschweine – Höhlenkinder der Savanne (Magazinbeitrag ZDF tele zoo, 15 Minuten)

Zwischenergebnisse meiner Warzenschweinstudie

Mein erstes TV Werk! Ich war natürlich mächtig stolz, meine Aufnahmen unterlegt mit Erkenntnissen aus meiner Studie ins Fernsehen gebracht zu haben. Es war ein Kurzfilm im damaligen ZDF tele zoo, moderiert von Alfred Schmidt, mit dem ich später noch viel zusammengearbeitet habe. Er sah generös über einige technische Mängel hinweg und der Film wurde gut aufgenommen (von der taz ausdrücklich gelobt!!), später sogar mehrmals wiederholt. Über die Umstände der Dreharbeiten ließ ich mich natürlich nicht weiter aus und es hat sich damals niemand über die Bildqualität beschwert!

Bolex1983

 

Mit dieser “Ausrüstung” – einem 400 mm Novoflex an der Federzug-Bolex, “montiert” auf einem wackligen Fotostativ – wurden diverse Einstellungen in dem Film gedreht, unter anderem eine Hyänenjagd auf Büffelkälber. Damit konnte man nicht wirklich schwenken oder neigen, musste also schon ziemlich genau wissen, was an welcher Stelle passiert. Eine volle Filmrolle ergab ca 2,5 Minuten Aufnahmezeit, eine Szene durfte nicht länger als maximal 25 Sekunden werden, dann war das Federwerk abgelaufen. Also alles so, wie man es als Tierfilmer braucht und wünscht…