Filmvorstellung

Das Tal der Löwen

Das Tal der Löwen

2014: Das Tal der Löwen (NDR, ARTE, 42 Minuten)

Rudel im Überlebenskampf


2014: Das Tal der Löwen, (NDR, ARTE, 42 Minuten)

Rudel im Überlebenskampf

Der Ronkai Bach im Masai Mara Schutzgebiet ist ein unscheinbares Gewässer. Mit seinen Nebenbächen formt er ein System flacher Täler, den größten Teil des Jahres liegt er trocken und nur ein paar Tümpel in tieferen Abschnitten bieten noch Wasser. Doch weite Strecken seiner Ufer tragen lockeren Galeriewald der manchmal in dichten Busch übergeht. Ein perfektes Land für Löwen: Die Hänge des weiten Tals bieten gute Aussichtspunkte um Beute aus großer Entfernung zu entdecken, am Bach finden sie Schatten für ihre ausgedehnten Siestas, Deckung bei der Jagd und ideale Verstecke für ihre Jungen. Also eine gute Heimstatt für Mütter und ein Paradies für Jäger, wenn die großen Gnuherden aus der Serengeti durch das Gebiet ziehen. Kein Wunder, dass mehrere Rudel verschiedene Abschnitte des Bachtals als Revier gewählt haben.

Löwenjagd

Das unübersichtliche Gelände im Tal bietet den Rudeln gute Jagdmöglichkeiten wenn die Gnuherden aus der Serengeti durch das Gebiet ziehen.

Der Film folgt den Weibchen aus zwei benachbarten Rudeln. Es zeigt sich, dass auch die gefürchteten Jäger große Schwierigkeiten haben, ihre Jungen durchzubringen. Selbst unter den idealen Bedingungen am Ronkai ist ihr Nachwuchs stets in Lebensgefahr, wozu nicht nur feindliche Löwen beitragen, sondern auch die lokale Büffelherde. Die massigen Widerkäuer nehmen jede Chance wahr, ihren Todfeinden zu schaden.

Löwenfamilie

Die Idylle täuscht: Kleine Löwen leben gefährlich. Wenige Tage nach dieser Aufnahme entdeckten Büffel das Versteck der Jungen während die Mutter gerade auf der Jagd war…

Die Situation ist zudem ungewöhnlich, weil hier mehrere Rudel von einer Koalition aus vier Brüdern kontrolliert werden. Diese Brüder haben schon vor Jahren alle anderen Löwenmännchen der Region verdrängt und deren Reviere übernommen. Als Konsequenz haben sie nun ein weitaus größeres Gebiet zu kontrollieren, als es bei Löwen sonst üblich ist. Dies kann nicht immer gelingen und eines ihrer Weibchen zahlt einen hohen Preis für die Eroberungslust der Paschas: Fremde Löwen dringen ein und ohne Anwesenheit der Revierherrscher verhalten sie sich so, wie es unter Löwenmännchen üblich ist: In einem herrenlosen Gebiet wird der Nachwuchs sofort getötet, um sich selbst möglichst bald fortzupflanzen.

Verlust

Eine Mutter trauert um ihr Junges, das von marodierenden Löwenmännchen getötet wurde.

Filmhubschrauber

Mit Chris Stewart als Pilot und Simon Werry an der Cineflex machten wir butterweiche Luftaufnahmen vom Mara Reservat. Für Simon, der schon für diverse BBC und Disney Projekte aus Hubschraubern gedreht hat, gab es doch noch eine Premiere: Zum ersten Mal bekam er eine Gnuherde beim Überqueren des Maraflusses aus der Luft vor die Linse.

Crossing aus der Luft

Diese Perspektive fehlte mir noch nach all den Crossings, die ich bisher beobachtet und gefilmt hatte.

Dreharbeiten an Löwen brachten bisher immer die Frustration mit sich, die Ausrüstung einpacken zu müssen, gerade wenn die Katzen besonders aktiv werden: Bei Einbruch der Nacht. Mit einer Wärmebildkamera, eigentlich entwickelt um technische Wärmeanomalien zu messen, konnte ich den Jägern aber endlich auch in stockfinsterer Nach folgen. Ohne Scheinwerferlicht, versteht sich, schließlich wollten wir ja weder die Jäger noch die Gejagten bei ihrem nächtlichen Duell blenden oder durch einen Scheinwerferkegel verraten. Ein völlig neues “Löwengefühl”, welches nicht zuletzt durch meinen Feldassistenten Kasao Learat ermöglicht wurde: Kasao gelang es, meinen Geländewagen auch in mondlosen Nächten ohne größere Komplikationen durch das schwierige Gelände zu bewegen.

 

Thermobild Löwen

Das gespenstiesche Wärmeabbild einer Löwin mit ihren beiden Jungen

Das heißt nicht, dass immer alles glatt ging: Mehrmals galt es, sich aus metertiefen Warzenschweinlöchern zu befreien, was natürlich mit einigem Aufwand verbunden war – und in der jeweiligen Nacht immer das Ende jeder Löwenverfolgung bedeutete.